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„Eine Prüfung kann nicht unbeschrieben zurück“

DU:
Ich halte das nicht mehr aus. 
Ich bete. 
Ich bitte. 
Ich gebe ab.

GOTT: 
Du gibst nicht ab. 
Du weichst aus.
Du verwechselst Vertrauen mit Vermeidung.
Du willst mir deine Last geben. 
Ich habe sie gesehen, 
bevor du sie benennen konntest.

Aber sag mir: Warum sollte ich den Prüfungsbogen zurücknehmen, 
wenn du ihn kaum begonnen hast?
Nicht aus Grausamkeit. 
Aus Sinn.

DU: 
Warum so viel Leid? 
Warum diese Welt? 
Warum zerreibt es uns?

GOTT: 
Weil Bedeutung nicht entsteht, 
wo alles leicht ist.
Du lebst in einem System, 
gebaut von Menschen, 
getragen von Regeln, 
beherrscht von wenigen.

Das ist kein Beweis gegen mich. 
Das ist ein Spiegel für euch.
Wenn ich dich formen will – mental, psychisch, körperlich –
was glaubst du, würde ich dir nehmen?
Oder was würde ich dir zumuten?

DU: 
Dann lässt du mich allein?

GOTT: 
Nein. Ich lasse dich gehen.
Ich bin kein Retter vor Konsequenzen.
Ich bin der Maßstab.
Ich habe euch keinen Glauben gegeben, 
um euch vor euch selbst zu schützen.
Ich habe euch Freiheit gegeben,
damit ihr euch bewährt.

Ob du mir folgst oder dir selbst ausweichst, ist deine Entscheidung.

DU: 
Wenn du mir Freiheit gibst,
aber weißt, dass wir daran zerbrechen können –
wenn du siehst, wie wir leiden, scheitern, versagen
und trotzdem nicht eingreifst –
wenn du mir die Richtung zeigst, 
aber den Weg nicht gehst und den Schmerz nicht nimmst –

GOTT: 
Du bist nicht verloren.
Du bist geprüft. 
Und du bist noch nicht fertig.

DU: 
Sag mir dann nur eins:
Willst du, dass ich glaube?
Oder willst du, dass ich wachse?
Auch wenn ich dich dabei verliere?

GOTT:

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